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Eigentlich ist das doch alles völlig selbstverständlich. Ein Kind widmet sich vielen Dingen mit großer Begeisterung, und wenn es einmal von einer Sache ergriffen ist, kann es sich lange und ausdauernd beschäftigen. Dabei entdeckt das Kind Zusammenhänge zwischen den Dingen, zwischen den Menschen, zwischen sich und der Welt. Es tritt sehr bewusst in Beziehung mit Kindern und Erwachsenen seiner Umgebung und erlebt bedingungslos Chancen und Abhängigkeiten, Konflikte und Liebe. 
Aber die Schule! Jedes Kind ist anders - eine individuelle Persönlichkeit. Und da ist ein verbindlicher Lehrplan! Ein Wegweiser, den manche falsch interpretieren, indem sie den Lehrstoff auf einem Weg des Gleichschritts zu vermitteln versuchen. Zudem macht es in vielen Klassen die zu große Schülerzahl schier unmöglich, jedem Kind das zu geben und zu ermöglichen, was es für seine Entwicklung braucht.
Genau hier setzt die Pädagogik Maria Montessoris an: beim einzelnen Kind als Person. Montessori will die freie und umfassende Entfaltung des Kindes. Kinder setzen erstaunliche Energien frei, wenn sie sich in individuellem Tempo mit dem beschäftigen können, was ihrem Interesse und Entwicklungsstand entspricht.
Hilfe, schon wieder eine neue Methode! Nein - Montessori-Pädagogik ist mehr! Aus der Arbeit mit benachteiligten Kindern kommend, stand wohl am Beginn der Versuch, eine neue Erziehungsmethode zu entwickeln. Sehr bald schon aber ist klar geworden, dass es hier um viel mehr geht: Um die Erziehung für eine neue Welt, um die Wahrung der kindlichen Würde und die Proklamation seiner sozialen Rechte, die immer wieder in Gefahr sind. Im Rahmen der Freiarbeit können sich wirkliche Anteilnahme an dem, was in der Gemeinschaft vor sich geht, Ehrfurcht vor dem Menschen und seiner Arbeit und Solidarität in jedem entfalten.

Aber dann macht ja jeder, was er will ...! Ja! Das Kind muss Möglichkeiten haben, in seinem Wollen und der Fähigkeit zu selbstverantwortetem Lernen und Handeln gestärkt zu werden. Die spontane zielgerichtete Aktivität ist Grundvoraussetzung, dass das Kind Meister seiner selbst werden kann. Freiheit und Unabhängigkeit konkretisieren sich über aktives Tun. Freiheit bedeutet bei Montessori jedoch nicht Beliebigkeit! Sorgfältige Einführungen in die inhaltliche Struktur der Arbeits- und Entwicklungsmaterialien, intensive Beobachtung und die Orientierung der Kinder an der Gesetzmäßigkeit einer Sache und den vorhandenen Regeln bilden einen klaren Rahmen.
Leicht gesagt - und wie geht das? Auseinandersetzung! Das wachsende Angebot hervorragender Montessori-Literatur weist darauf hin, dass sich Eltern, Erzieherinnen und Erzieher in zunehmenden Maße mit diesem pädagogischen anspruchsvollen Weg beschäftigen. Um mit der entsprechenden Haltung die Prinzipien der Montessori-Pädagogik wie auch die Entwicklungsmaterialien didaktisch richtig in die Praxis umsetzen zu können, ist eine intensive Ausbildung notwendig. Der österreichische Bundesverband für Montessori-Pädagogik (ÖBMP) bietet seit vielen Jahren diese Ausbildungslehrgänge an.
Und wer garantiert Qualität? In den Kursen des Österreichischen Bundesverbandes für Montessori-Pädagogik unterrichten Dozentinnen und Dozenten, die eine pädagogische Grundausbildung, einen Montessori-Ausbildungslehrgang und eine Ausbildung zur Dozentin, zum Dozenten absolviert haben, aber auch anerkannte Fachleute, die wir aus ganz Europa als Gastdozentinnen und -dozenten einladen. Abgeschlossen werden die Diplomlehrgänge mit einer Prüfung. Durch die Zusammenarbeit mit der Montessori-Vereinigung e.V. Sitz Achen, der internationalen Montessori-Vereinigung (AMI) in Amsterdam sowie anderen Montessori-Verbänden können wir einen hohen und anerkannten Ausbildungsstandard gewährleisten.

Montessori-Kinder lernen nicht nur selbständig zu denken, sondern vor allem eigenverantwortlich zu handeln. Sie wählen deshalb auch viele Lerninhalte selber aus: Kinder wollen nicht irgendwann irgendwas lernen, sie erfassen das schneller und nachhaltiger, was sie zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders interessiert. Monterssori-Kindern werden Schwierigkeiten nicht aus dem Weg geräumt - viel wichtiger ist es, sie mit eigener Kraft und oft auch Mühe zu überwinden. Konflikte werden dann, wenn sie auftauchen, miteinander besprochen und nicht erst, wenn sich großer Druck aufstaut. Kinder erleben die Öffnung in der Gemeinschaft als Chance für gegenseitige Hilfe. So lernen sie, sich in der Gesellschaft ebenso rücksichtsvoll wie selbstbewußt zu bewegen. Manche Lerninhalte werden in der Freiarbeit in Teams erarbeitet, zu denen sich die Kinder immer wieder neu formieren. Montessori-Kinder lernen dabei, wie fruchtbar es ist, sich aufeinander zu verlassen und die individuellen Fähigkeiten für eine gemeinsame Sache einzusetzen. Im Team Veratwortung für sich selbst und für andere tragen zu können ist eine Kompetenz, die in unserer Welt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Montessori-Kinder entwickeln ihre schöpferischen Kräfte durch freie Arbeitswahl in einer vorbereiteten Lernumgebung. Sie erbringen in weiterführenden Schulen Leistungen wie andere Kinder, zeichnen sich aber oft durch große Selbstständigkeit und ein hohes Maß an Erfolgszuversicht aus. Montessori-Pädagoginnen und Pädagogen lassen die Kinder an sich heran, ermutigen, geben Zuspruch und trösten, glauben an die kindlichen Kräfte und begleiten die Lernaktivität mit Respekt und Achtung. Das ist oft nicht einfach, aber nur auf dem Boden der Liebe und des Vertrauens kann das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl des Kindes wachsen. Diese Kinder können mehr aufs Spiel setzen, sich freier bewegen, weiter entfernen und mehr entdecken - eben weil sie wissen, dass sie nie abgewiesen werden, wenn sie uns brauchen.
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